bernd-schacht - 17.11 Cochi (India)



17.11.2016 Cochin  , India

 

Wetter: 30 * sonnig

Mahin und sein (unser ) Tucktuck

 

Vorab sage ich schon mal, das war ein richtig „geiler Tag“.

Ich hatte Rosi auch einen möglichst entspannten Tag versprochen.

Nach einer guten Nacht war ich relativ früh aus den Federn um das tolle Wetter zu genießen.

Wunderbares , allerdings sehr heißes Wetter, mit hoher Luftfeuchtigkeit. Aber da müssen wir jetzt mit Leben.

Wir frühstücken genüsslich und ich muss Rosi ein wenig motivieren, unser Glück zu begreifen.

Ein wenig „Tief“ ist halt auf beiden Seiten trotz unserer schönen Reise schon mal im Anflug, aber schnell vorbei.

Der Wetterdienst meldet für heute in der Heimat Sturm in Spitzen über 100 Km/h.

Das lässt uns alles noch leichter nehmen und genießen.

Ich kann vorweg nehmen, dass der tolle Tag auch Rosi wieder den Spaß zurückgebracht hat.

Am Morgen gibt es dann noch die nötige Einreisekontrolle der Indischen Behörden an Bord unseres Schiffes.

Es geht reibungslos und ohne große Wartezeit schnell vorüber.

Eine Prachtvolle Einfahrt in die Bucht der Stadt. Leider ein Industriehafen, aber auch das hat wie schon des Öfteren festgestellt, seinen Reiz.

Wir stehen direkt neben einem riesigen Flugzeugträger, wohl der einzige des Staates Indien. Man kann hier aus nächster Nähe alles betrachten. Wir schauen gerade aus auf die Start und  Landebahn für die „Bomber“.

Die Stadt ist sehr Nahe am Schiff. Vor dem Schiff sammelt sich schon die ganze Armada der Bus, Taxi und Tucktuck-Fahrer. Es sieht gewaltig aus wenn man das von oben betrachtet.

Außerdem gibt es wieder einen Souvenir Markt direkt am Schiff.

Nach dem Mittagsbüfett und einer kurzen Siesta machen wir den ersten Stepp auf Indischen Boden.

Wir haben ja nun schon viel gehört was hier so abgeht und auf uns zu kommt.

Nun wollen wir das selbst sehen und erleben.

Mittenrein in das Getümmel ist immer das Beste um Land, Leute und Kultur kennen zu lernen.

Das Bügeleisen in einer Wäscherei

Im Getümmel der Inder sind wir ganz schnell mittendrin. Den Markt am Schiff passieren wir  und wissen das der nicht wegläuft.

Dann ist aber schon echt die Hölle los. Die Scharen der Taxi und Tucktuck-Piloten bedrängt uns von allen Seiten.

Wir gehen das aber sehr entspannt an mit unserer Weltreiseroutine.

Nach kurzem Check und einigen Preisverhandlungen entscheiden uns nach Gefühl für einen jungen Mann mit Namen „Mahou“. Er hat eine Lizenz, macht einen guten Eindruck und wir können uns einigen.

Wir vereinbaren einen Preis von 30 $ für 3 Stunden Rundfahrt und er verspricht uns eine sicher Fahrt. 

Gegen gestern in Sri Lanka relativ teuer, aber egal. Es geht billiger, das wusste ich.

So geht das Abendteuer mit Tucktuck wieder los.

Unbeschreiblich dieser „Gaudi“. Man ist mittendrin und nahe an den Menschen. Klimaanlage, inklusiv, ist ja alles offen. Und Mahin nennt sein Gefährt „Lamborghini“!

Er fährt uns zum Fort Cochi. Das ist das berühmte Viertel, quasi eine Halbinsel auf der Vasco da Gama damals angelegt hat um Indien zu entdecken.  Wir haben auch das Wohnhaus fotografiert.

Es gibt hier so ca. 1. Mio. Einwohner in der Stadt.

Es geht wieder beeindruckend zu. Das Hautnahe erleben der Kultur hier überreizt sämtliche Sinne.

Augen, Ohren, alles steht offen und staunt. Wieder habe ich fotografiert und gefilmt was das Zeug hergab.

Dieses zu Hause so einigermaßen rüberzubringen wird ein Spaß werden.

Es ist einfach so klasse das alles zu sehen und zu erleben, was in so einem fernen Land abgeht.

Und für die Menschen hier ist es trotz der modernen Kommunikationsmittel und dem Einblick in unsere Welt, kein Problem und selbstverständlich, so zu leben wie sie leben.

Es gibt eben arm und reich friedlich (??) nebeneinander. Wobei ganz eindeutig das arme vorherrscht.

Wir entdecken erste Kühe und Ziegen und alle möglichen Viecher mittendrin und auf der Straße.

Unser Driver Mahin erklärt das er auch 3 Stopps macht wo wir shoppen können. Das ist so das übliche, er bekommt dann eine Provision, auch wenn wir nichts kaufen.

Gekauft hat Rosi bei einem Stopp, den Stoff für mindestens drei Kleider zu nähen.

Ansonsten gab es Tempel, wobei ich Mahin direkt zu verstehen gab das wir eher nicht Kultur und Tempel, sondern das Leben in Indien sehen wollen.

Ein Stopp, sehr interessant in einer sogenannten Wäscherei. In Indien üblich, da billiger wie eine Waschmaschine (wenn man sich die überhaupt leisten kann) zu Hause zu betreiben.

Hier bringt jeder Privatmann und auch die Hotels die gesamte Wäsche hin.

Wir haben gestaunt wie hier gewaschen, gebügelt und in freier Landschaft getrocknet wird.

Ein „Knochenjob“, für die armen Leute.

Ich habe ein Bügeleisen in die Hand genommen und man muss alle Kraft aufwenden es hochzuheben.

Wir haben einige Male am Meer angehalten und bestaunt wo Menschen Urlaub machen, gar aus unseren Gefilden.

Was man bei uns „Promenade“ nennt, ist hier ganz anders. Eben der Wahnsinn!!

Das Meerwasser ist überwiegend hier nicht so wie wir es gerne wollen.

Wir machen Fotos mit den Fischern und  diesen Netzen welche im Meer versenkt werden und wieder nach oben geholt werden. Rosi steht an der Kurbel.

Für ein Foto will der Fischer und Familienvater mit (??) fünf Kindern natürlich Dollar sehen.

Er wollte pro Kind einen $ haben. Für zwei Dollar war ich zu haben!! Und das muss dann reichen.

Als Abschluss unserer Tour mit Mahin gibt es ein Original Indisches Bier am Meer.

Zwei Riesenbomben muss ich fast alleine  trinken denn Rosi hat ja nicht den Schluck wie der Bernd!!

Die Rück Tour führt uns wieder durch das Indische Wahnsinnsleben!

Wir verabreden uns mit Mahin für den kommenden Morgen am Schiff. Er soll uns ganz einfach zu einem guten Internet Chauffieren incl. eines guten Indischen Kaffee.

Mehr wollen wir morgen nicht mehr unternehmen. Ich hoffe auf eine gemütliche Unterkunft und auf ein schnelles Internet um unser Glück in die Welt zu „Posaunen“.

Mittlerweile  habe ich nun an Bord das 3.te Internetpacket begonnen. Das kostet 99€ pro Packet.

Aber es ist halt die Nabelschnur in die Heimat zu dem liebsten was wir haben.

Und wir staunen ja immer wie gut das geht mit der Verbindung.

Nun sitzen wir mit Blick auf das erleuchtete Kochi hier auf Deck 9 und Rosi war schon am Büfett, während ich noch schreibe.

Wir lieben diese ungezwungenere Atmosphäre am Büfett.

Das Bier schmeckt auch ganz gut. Ist nicht der Genuss wie zu Hause mit dem gewohnten Gebräu! Hier gibt es wenn „drin ist was draufsteht“, die Biere „Carlsberg und Tuborg“.

So werden wir den Abend dieses herrlichen Tages an Deck 9 draußen mit Blick auf das erleuchtete Cochin oder auch Kochi ausklingen lassen.

 

18.11.2016 Cochin India

 

Wetter: 32 *  sonnig

 

Der Tag 2  im riesigen Indien mit seinen ganzen Besonderheiten. Das von gestern ist halbwegs verarbeitet!

Wir haben uns heute Morgen um 9:00 Uhr mit Mahin  verabredet um in ein Internetcafe mit ihm zu fahren.

Um 8:25 erwachen wir und die Deutsche Pünktlichkeit zwingt uns zu einem leider schnellen Frühstück.

Schade, wir genießen das lieber am Morgen, wenn es ruhig angeht.

Im Internetcafe

Aber, ok, natürlich sind wir um 9:00 Uhr draußen. Hier tobt wieder der Indische Wahnsinn mit Händlern, Bettlern und Tucktuck-Fahrern.

Wir sind da ganz relax in der Menge und es winkt schon unser Freund (auch jetzt Facebook-Freund) Mahin.

Das Tucktuck Feeling geht wieder los. Er sagt das wir 5 KM fahren werden. Es wird wieder so ein schon bekannter heiser Ritt.

Tuk-Tuk und Zweirad Verkehr

Es ist wieder die Richtung wie am Tag zu vor. Und schon am Morgen ist hier alles in Bewegung und wieder unglaubliche Szenen..

Er muss eine Weile suchen um das was uns gefällt zu finden. Einiges ist geschlossen, eine Internetkabine ohne Kaffee und Gemütlichkeit wollen wir auch nicht. Und so vergeht einige Zeit mit dem Tucktuck fahren.

Rosi immer besorgt das wir ja pünktlich beim Schiff sind, bevor es ohne uns ablegt.

Der Blick im Tucktuck nach vorne

Dabei kreisen die Gedanken vom Unfall bis zum Plattfuß am Gefährt und was weiß ich noch alles.

Mahin findet dann allerdings ein tolles kleines Indisches Hotelchen. Wir sitzen in einem Art „Patio“.
Hier sieht man sogar, neben den Indischen Gästen, einige weiße Individualtouristen. Für uns undenkbar hier Urlaub zu machen!

Auf jeden Fall gibt es hier tollen Indischen Cappuccino.  Das Internet ist schnell und so kann ich einiges erledigen.

Ich lade Fotos auf meine Seite und bestücke Facebook mit den Meldungen aus Sri Lanka und Indien.

An alle Freunde ohne Facebook schicke ich Fotos per Whattsapp.

So vergeht die Zeit und Rosi ist unruhig, will nach Hause!!

Wir bezahlen unseren und auch Mahins Kaffee. Dann wird die (vorerst) letzte Tucktuck Schlacht geschlagen.

Wir kommen heil am Schiff an und Rosi ist froh. Es ist wahnsinnig heiß, was man allerdings im Tucktuck bei dem Fahrtwind nicht so merkt.

Wir schauen noch ein wenig bei den Händlern am Schiff und treffen dabei den ein oder anderen Bekannten, um im Smalltalk die Erlebnisse auszutauschen.

Um 13:00 Uhr heißt es dann wieder „sail away“ , tschüss Kochi, auf nimmer wiedersehen!

Die prachtvolle Ausfahrt leider im Dunst der enormen Hitze war schön und wir fuhren teilweise dort entlang wo wir am Tag zu vor gewesen sind.

Meine viele Fotos zeugen von den Erlebnissen, leider fehlen die erlebten Gerüche dazu.

Nun geht es weiter über das Arabische Meer in Richtung Goa.

Unterwegs sehen wir jetzt auf dem Meer viele kleine Fischerboote. Das Wasser ist flach wie der Wiesensee bei uns zu Hause. Rosi hat eben Delfine gesehen.

Ich habe jetzt die Zeit bevor es Kaffee gibt meine Arbeit mit Fotos und den Berichten zu erledigen.

Für Morgen laufen die Planungen in Goa einen ruhigen, entspannten Tag zu verbringen.

Da wir jetzt gerade mal von den letzten beiden Stopps mit Kochi und Colombo genug gesehen haben von dieser ganz anderen Welt, möchten wir Morgen einfach nur Ruhe haben.

Mit Uschi, Jürgen, Karin und Bernd werden wir in ein Resort am Bogmala-Beach gehen, bzw. mit einem Taxi dort gemeinsam hinfahren.



 

Kochi (Indien)

Kochi liegt im Süden Indiens, an einem Naturhafen der Malabarküste. Das Stadtgebiet erstreckt sich nicht nur über das Festland, sondern auch über mehrere der Küste vorgelagerte Inseln und Halbinseln. Kochi hat seinen Aufstieg als Hafen vermutlich der Zerstörung des Hafens der ca. 40 km entfernten antiken Stadt Muziris (heute Kodungallur) zu verdanken, der einer Flutkatastrophe im Jahre 1341 zum Opfer fiel. Zugleich schuf die Flut auch das Hafenbecken von Kochi. Die Stadt entwickelte sich zum bedeutendsten Hafen an der indischen Westküste für den Gewürzhandel mit China und dem Nahen Osten und ist es noch heute.1502 wurde die erste Handelsniederlassung von den Portugiesen gegründet und ein Jahr später errichteten sie die Festung Fort Manuel. Der berühmte Entdecker Vasco da Gama starb 1524 in Kochi und wurde dort auch begraben, 1539 wurde sein Leichnam nach Lissabon überführt. Unter der niederländischen Herrschaft liegt die Blütezeit der Stadt als Teil der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört im Fort Kochi die Franziskanerkirche, die die älteste von Europäern erbaute Kirche Indiens ist und in der Vasco da Gama seine erste Ruhestätte bekam. An der Nordspitze der Halbinsel Fort Kochi befinden sich an schweren Holzkonstruktionen die berühmten Chinesischen Fischernetze, die schon im 13. Jh. durch chinesische Kaufleute eingeführt worden sein sollen. Im Stadtteil Mattancherry liegt ein in der Mitte des 16. Jh. von den Portugiesen erbauter Palast, der dem damaligen Raja von Kochin als Geschenk übergeben wurde, der den Portugiesen weitreichende Handelsprivilegien gewährte. Im jüdischen Viertel steht eine 1568 errichtete Synagoge, deren Inneres zum Teil mit chinesischen Fußbodenkacheln ausgeschmückt wurde.
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