bernd-schacht - 4-5..12 Suez-Kanal

4.-5.12.2016 Golf von Suez und Suez-Kanal

 

Wetter: 15 * wechselhaft

 

Das schöne Wetter hat uns nun verlassen und der Übergang auf die Heimat, mit kaltem Winterwetter, wird uns nun wohl einfacher gemacht.

Wir sind an Sharm el Sheik am Abend vorbei gefahren und dann in den Golf von Suez eingebogen.

Es sind viele Schiffe und Bohrtürme zu sehen. Ägypten befindet sich auf beiden Seiten des Suezkanales.

Für uns ein richtig fauler Tag. Allerdings packen wir einen Großteil unserer Koffer.

Zwei unserer Koffer sind schon voll, fertig gepackt und verschnürt. Dann sucht Rosi die für die restlichen Tage abgezählten Unterhosen!

Wo sind die? Natürlich in einem von den beiden fertig verpackten Koffern.

Bedeutet, aufmachen und suchen. Wir haben allerdings beim ersten schon den Glückstreffer!!

Ich nutze den Tag um meine Berichte von Aqaba zu schreiben und einzustellen.

Wir haben heute den 5.12. und während ich jetzt hier sitze zieht das Ägyptische Land mit gerade viel Wüste und hohen Sandbergen, an mir vorbei.

Wir sind im Suezkanal und haben die Stadt Suez schon passiert.

Überall sind Wachtürme und die Armee ist sehr präsent.

Es geht  im Konvoi mit vielen Schiffen voran. Eben haben wir die erste Zwischenstation, den „großen Bittersee“ erreicht.

Ein weiterer See den der Suezkanal durchläuft, bildet sogar eine Verbindung zum Nil, um so bis nach Kairo zu kommen.

Heute Morgen um 5:00 Uhr ist der Lotse an Bord gekommen um uns incl. einem Beiboot, durch den Kanal zu begleiten.

Ich war um 6:00 Uhr an Bord. Aber gelohnt hat es sich nicht. Es war noch dunkel, kalt und windig.

Habe aber durchgezogen bis es heller wurde und habe viele Fotos gemacht.

Später wird es dann erst mal  ziemlich Neblig bis dann so langsam die Sonne durchkommt und es dann auch endlich wärmer wird.

Der Kanal wurde im Jahr 1869 erbaut. Zunächst war er 164 KM lang, 53,0 mtr. breit und erlaubte einen Tiefgang von nur 8,0 mtr.

Im Jahr 2015 wurde  der Kanal ausgebaut .Das neue Teilstück wurde im August 2015 eröffnet . Jetzt können fast 100 Schiffe pro Tag hier durchfahren. Der Suez-Kanal ist nun 193 KM lang, bis 225 mtr. breit und erlaubt einen Tiefgang von 24,0 mtr.

Es können jetzt eigentlich alle Schiffsgrößen die direkte Verbindung vom Indischen Ozean ins Mittelmeer nutzen, ohne Afrika umrunden zu müssen.

Wir sehen sehr viel Wüste, auch grün mit vielen Bäumen und einzelne Wohnsiedlungen.

Ein großer Teil ist auch noch Baustellenähnlich, bedingt durch den erweiterten Kanal im letzten Jahr.

Nach den ersten Eindrücken vom Suez-Kanal heute Morgen und dem Frühstück sind wir dann noch mal in unser Bett gegangen. Es ist halt hier an Bord ein langer Tag und alles erlaubt was zu Hause gar nicht geht.

Immer noch sind wir beide „happy“, da ohne Infekt. Im Gegensatz zu vielen Reisegenossen.

Jetzt kommt immer mehr Sonne, aber es ist zu neblig um gute Fotos mit Fernsicht machen zu können.

Soeben passieren wir eine Fähre über den Suez. Da stehen viele Menschen, die aus den Bussen und Autos (nur einige) ausgestiegen sind um unser bzw. die Schiffe anzuschauen. Man sieht vom Schiff aus die vielen vermummten und ganz schwarz gekleideten Frauen.



Nun wird es aber immer heller und heiser draußen. An Deck ist alles voll von Suez-Kanal Fotografen!

Eben nur nichts verpassen, für viele ein einmaliges Erlebnis, so auch für uns beide.

Wenn der Blick frei ist gibt es oft nur Wüste, soweit das Auge reicht.

Wie schon angedeutet werden wir (hoffentlich) gut bewacht. Man hat offensichtlich ein hohes Angstpotenzial, das Anschläge auf Ägyptens Haupteinnahmequelle, den Suezkanal, als Anschlagziel von Islamisten genutzt wird.

Die ehemalige Haupteinnahmequelle, der Tourismus ist ja bereits so gut wie ausgefallen.

Jedenfalls, ein interessanter Tag. Man kann das mit der Durchfahrt genießen. Ähnlich wie wir das schon kannten vom Nil und Donau und dem Panamakanal.

Allerdings sind hier keine Schleusen notwendig. Man hat beim Bau des Kanals lange Zeit gedacht, dass man eine Schleuse braucht, da sonst das Mittelmeer leer läuft.

Aber es hat dann doch gepasst mit der Höhe des Meeresspiegels von einem Meer zum anderen.

Das Bild hier vom Kanal ist Kontrastreich. Unsere ehemalige Mauer in Deutschland zum Osten hin ist ja nun schon lange kein Thema mehr. Aber hier ist das Leben zum Kanal hin abgeschottet. Wenn es bewohnte Gebiete und Städte gibt dann eben hinter der Mauer und bewacht. Oder eben sehr weit weg. Der komplette Kanal ist mit einer Mauer abgeschottet.

Es wechselt ständig zwischen grün und Wüste oder eben Wohngebiete.

Das grün,  vor allem auf der rechten Seite ist wohl dem Nildelta, dem längsten Fluss der Welt, zu verdanken.

Am meisten sieht man rechts wie links die Wachtürme und so etwas wie Kasernen.


Wir konnten heute Morgen einige hundert Soldaten beim Frühsport am Kanal beobachten.

Ganz oft sahen wir Menschen hinter den Mauern, welche den Schiffen im Konvoi zuschauten.

Wenn wir an den größeren Städten vorbeifuhren, konnte man wieder das Chaos, den Müll und Dreck mitten im Leben betrachten.

Viele Dinge die wir sahen konnten wir nicht deuten. Straßen mitten durch die Wüste, geradeaus bis zum Kanal um dann abrupt vor einer Mauer zu Enden!

Es gab eine riesige Glaubensstätte mit einer großen Moschee. Wäre die nicht dabeigestanden dann hätte  man hier alles andere Vermutet. Breite Straßen erinnerten eher an eine Formel eins Rennstrecke.

Es gab Fähren über den Kanal, die waren so voll gepackt mit Menschen, das da keine Maus mehr dazwischen passte.

Oder andere eben mit Autos und Bussen gefüllt.

Unsere Reisegeschwindigkeit betrug bei der Durchfahrt  9 Knoten. (17 KM) Wir hatten einen Lotsen und einen Elektriker (?) als Begleiter an Bord. Zudem fuhr ein Lotsenboot neben uns her.

Am Nachmittag querten wir dann die einzige Brücke über den Suezkanal.Die Luminosa unter der einzigen Suezkanal- Brücke

Das war aber dann auch schon kurz vor der Einfahrt ins Mittelmeer, bei der Hafenstadt Port Said.

Die Einfahrt in das Mittelmeer war dann noch mal wieder beeindruckend. Das Meer wo wir vor einem viertel Jahr gestartet sind haben wir nun erreicht.

Der Suezkanal war, da sich das Wetter noch ganz gut gemacht hatte, ein schönes Erlebnis.

Jetzt liegen zwei Tage auf dem Mittelmeer vor uns. Am 8.12. erreichen wir Rom.

 



 

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