bernd-schacht - 3.12 Aqaba

3.12.2016 Aqaba, Jordanien

 

Wetter: 25 * sonnig

 

Morgens früh bin ich an Deck um die Einfahrt in den Hafen zu sehen.

Was ich sehe begeistert sofort. Tolle Gegend mit dem Gefühl ins „Morgenland“ einzufahren.

Die Berge soweit das Auge reicht sind kahl, aber wunderschön anzusehen und vor allem im frühen Sonnenlicht sieht es eben besonders beeindruckend aus.

Ich verschaffe mir schnell die Orientierung mit Hilfe des www.!

Wir liegen im Industriehafen von Aqaba und können von unserem Standort wahrlich vier Länder einsehen.

Das sind eben Jordanien, Israel, Ägypten und Saudi-Arabien. So wie wir hören ist sogar die Grenze zwischen Israel und Jordanien vollkommen offen, was uns erstaunt.

Israel und auch Jordanien haben nur den einen  Zugang zum roten Meer. Das ist lediglich die Hafenstadt Elat für Israel, welche in Sichtweite direkt vor uns liegt und eben Aqaba für Jordanien.

Jordanien hat  mit der Hauptstadt Aqaba auch nur einen einzigen Hafen. Während Israel ja am Mittelmeer ja noch gut bestückt ist.

Das alles sieht hier, relativ befriedet aus. Man könnte hier auch den ganzen Tag  auf dem Schiff mit dem tollen Rundumblick  und dem Leben im Hafen verbringen.

Rosi kommt nun auch und wir frühstücken an Deck.

Wir lassen uns viel Zeit um die Ausflügler erst mal ziehen zu lassen.

Denn wir halten uns ganz fest daran, nur noch „relax“!

Es stehen gewiss 20 Busse zur Abfahrt, primär nach Petra, bereit.

Für viele das Erlebnis ! Wir haben eben einige Gründe, weshalb wir es nicht tun.

Letztlich sind die Rückkehrer am Abend begeistert von Petra. Für viele war es aber ein langer Tag mit vielen Strapazen. Ein Glück  für viele, das es da oben auf 1400 mtr. Höhe, eher kühl war mit 14 Grad.

Wir jedenfalls haben den Kostenlosen, von der Stadt Aqaba zur Verfügung gestellten Shuttle Bus genutzt.  Mit Absetzpunkt  inmitten des Zentrums der Stadt.

Schon Unterwegs sah man was der „nahe Osten“ so bietet. Am Stadtrand sieht man Armut und Behausungen wo wir sicher nicht leben wollten.

Und das ist eben unser Erlebnis, wie schon so oft, Mensch und Leben zu betrachten.

Als der Bus dann inmitten der Stadt stoppt, erscheint sofort die Taxidriver-Mafia.

Wie wir am Abend hörten, auch wieder darauf aus, ausgehandelte Fahrpreise eben nicht einzuhalten!!

Wir jedenfalls bahnen uns den weg mit Rolli  erst mal die Stadt in Richtung der Resorts am Strand zu erkunden.

Das Endet jedoch irgendwann im nichts mit einer Schranke. Alle Resorts sind streng bewacht.

Wir treten den Rückzug in die Orientalische City an. Die Stadt ist wahrlich kein Schmuckstück, aber man muss es halt gesehen haben.

Wir gehen durch Einkaufsstraßen mit Shops und finden sogar unser übliches Mitbringsel, einen Aqaba-Magneten. Der billigste der ganzen Reise für einen Dollar.

Dann geht es weiter in einen Basar oder Souk hinein. Hier staunen wir dann so mal wieder richtig über das Leben in „Nahost“!!  Es gibt hier, Klamotten, Gewürze, Souvenirs, Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch.

Hier hängen unter anderem draußen ganze Ziegenböcke. Geschächtet, enthäutet aber komplett mit Kopf.
Es ist teilweise gruselig das anzusehen! Rosi ist nicht begeistert!

Katastrophal laut die Beschallung mit Gebetstexten oder so. Wobei das immer der gleiche Text ist wie sich das anhört. Und so laut, das selbst ich als Schwerhöriger, die Flucht ergreifen muss. Ich denke das die hier Abends so zu gedröhnt sind und so ein Zustand entsteht, den man „high“ nennt.

Dann kommt ab und zu noch der Ruf des „Muzin“ dazu. Allerdings nicht nur einer, nein aus jeder Moschee schreit ein anderer!

ohne Worte

Die Frauen hier sind, ich glaube alle vermummt. Die meisten komplett verschlossen.

Wir beschließen zum Schiff zurück zu laufen. Das erweist sich im Nachhinein als gute Idee.

So bekommen wir den ungeschönten Eindruck vom Strandleben in „Nahost“!!

Und das ist eben anders wie wir es kennen.

"Strandleben in Nahost"

Da es Samstag ist, gibt es hier ganze Familien. Allerdings sitzen die Frauen, verhüllt und für die Temperaturen arg dick angezogen, mit, wir würden es als Wintermäntel bezeichnen, oft abseits mit ihren Töchtern.

Im Wasser sieht man nur Männer und Jungen.

Manche haben Essen und Wasserpfeifen mit am Strand.

Allerdings gibt es jede Menge Händler die aus ihren wilden Verkaufsständen heraus ihre Waren anpreisen.

Ein munteres Treiben bringt uns ins Staunen. Wir setzen uns auf eine Bank und schauen dem ganzen zu.

Viele Boote fahren hier rum zwischen den Badenden.

Das geht über einige hundert Meter so ab. Danach kommt ein Strandabschnitt mit einem riesigen Platz davor und ein Wahnsinns hoher Mast mit der Flagge von Jordanien.

Man erkennt hier so was wie Gedenkstädten.  Hier gibt es Stege ins Wasser und Boote mit Glasboden, die hier abfahren.

Wir gehen weiter und erreichen eine „Strandmeile“, wo sich eine Strandbar (ich nenne es mal so) an die andere reiht.

Man sitzt hier im Sand an den Tischen fast schon im Wasser ganz vorne.

Es ist alles voller Tische und Stühle. Bewirtet wird das aus, den eher Baracken, an der Promenade.

Es gibt auch einige Massiv gebaute Gebäude hierbei. Essen und trinken mögen wir hier nichts.

Das alles ist schon Luftweg direkt vor unserem Schiff. Schon Morgens konnte ich das, mit den bunten Hütten, von Bord aus erkennen.

Wir waren hier übrigens gänzlich ohne weitere Touristen unterwegs.

Allerdings ist Luftweg nicht gleich Weg den man laufen muss. Da ist noch eine Runde um die Hafenanlagen.

An der Hafeneinfahrt verweigert man uns zunächst den Zugang zum Schiff zu Fuß.

Wir sollen auf den Shuttle Bus warten.

Allerdings schaffe ich es den Wachmann zu erweichen das wir gehen dürfen.

Hier sind einige schwerstens bewaffnet, mit MP und so.

Wir rollen mit Rolli durch die Hafenanlagen zwischen LKW,s und Kränen und Staplern hindurch zum Schiff.

Wir waren nun ca. 4 Stunden im „heiligen Land“ unterwegs und es hat sich gelohnt.

Wir haben in der kurzen Zeit eher das Leben hier kennengelernt wie diejenigen welche die „Sagenumwobene“ Kultstädte Petra besucht, bzw. den Tag in einem Resort verbracht haben.

So gibt es jetzt erst mal was Gutes vom Büfett und dann unsere beliebte „Siesta“.

An Bord ist eine Herrliche Ruhe, da auch heute die meisten noch unterwegs sind. Die Touren nach Petra dauern ca. 10 Stunden.

Heute haben wir also viel Zeit denn wir legen erst um 22:00 Uhr ab.

Um 19:00 gibt es heute wie an allen Tagen wo Ausflüge spät enden, ein Büfett auf Deck 9.

Das nutzen wir und es ist lockerer ohne schick machen, einfach möglich.

Wir erleben so das einlaufen der ganzen Armada von ihren Touren.

Der Tag war für uns sehr angenehm. Da hier  mindestens 2/3 aller Leute mehr o weniger schlimm krank sind, sind wir froh dass es uns einigermaßen gut geht.

So erleben wir die Ausfahrt im Bett, da müde. Ich stehe später noch mal auf um doch von dem Teil der Welt für immer Abschied zu nehmen.

Wir fahren heute Nacht zurück durch den Golf von Aqaba in Richtung Golf von Suez.

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